BANGKOK

Nun ging meine Reise also am Morgen des 22. Februars los. Flogen von Dresden nach Köln/Bonn überwiegend nur Geschäftsleute im schnieken Anzug und Urlauber, waren es nach Bangkok größtenteils junge Backpacker. So hab ich auch gleich zwei junge Reisende als Sitznachbarn gehabt, mit denen ich mir in Bangkok die Kosten der Taxifahrt ins Stadtzentrum, das Touriviertel, geteilt habe.

essen

Meine Unterkunft zu finden war kein Problem. Schnell eingecheckt. Sachen abgeladen. Bisschen frisch gemacht und raus gings in die gnadenlose Mittagshitze. Typisch, dass man als weißhäutige sofort als Tourist identifiziert und abgestempelt wird. So wurde ich von zahlreichen TukTuk-Fahrern als auch anderen, bisschen unseriös wirkenden Typen angesprochen wohins denn gehe. „Grand Palace“ war meine Antwort. „Ohh it’s closed today“ war ihre Antwort ABER sie wüssten ja was ganz viel besseres, was heute nicht geschlossen hat zudem könnten sie noch eine Führung anbieten. Mh ja ne genau, warum sollte die Attraktion Bangkoks schlechthin ausgerechnet heute geschlossen sein. Unbeirrt wurden sie von mir mit einem freundlichen „No thanks“ abgewimmelt und ich ging weiter meines Weges, Richtung des Großen Palastes. Nach passieren der Sicherheitskontrolle, bestehend aus Identitäts- und Passkontrolle durfte ich das majestätisches Gelände betreten. Was sich mir hier bot war schon sehr beeindruckend, da es in Europa vermutlich nichts Vergleichbares gibt. Ein riesiges Gelände mit allerlei Gold und Millionen wenn nich sogar Milliarden bunten Minikacheln (etwa Fingernagelgröße) verzierten Gebäude. Nicht das es nur Verzierung ist, nein, die ganzen Hausfassaden waren damit bestückt. Dies wirkte in meinen Augen aber keineswegs kitschig, verspielt oder zu pompös. Vielmehr ist alles ziemlich stimmig und vermutlich in monatelanger Handarbeit angefertigt worden. Zudem wird’s aber auch gleichzeitig ein Ausdruck von Macht und Reichtum sein, alles nur um die Verehrung Buddhas bzw. auch dem König zu verdeutlichen.

Auch die beiden anderen buddhistischen Tempelanlagen, die ich besichtigt habe, Wat Pho und Wat Saket (Golden Mount) waren sehr beeindruckend, wenn auch weniger groß als die Anlage des großen Palastes. Doch boten beide auch hier dem Besucher jeweils etwas Einmaliges. Im Wat Pho, war Hauptattraktion die 43 Meter lange liegende vergoldete Buddhastatue. Im Wat Saket war es die, nach der 344 stufigen Wendeltreppe, die sich um den Tempel windet, herrliche 360 Grad Aussicht über Bangkok.

Da Bangkok erst seit 1782 Hauptstadt von Thailand ist, sind die ganzen Tempelanlagen noch recht neu und sehen daher ziemlich frisch und modern aus. In Ayutthaya die vorherige Hauptstadt, paar Kilometer nördlich von Bangkok gelegen, findet man die älteren und schon verwilderten Tempelanlagen.

Aufgrund des Todes des heiß geliebten und hoch verehrten Königs Rama IX. Bhumibol Adulyadej befindet sich das gesamte Königreich Thailand seit dem 17. Oktober 2016 in einer einjährigen Staatstrauer. Fahnen wehen auf halbmast, wichtige offizielle Gebäude sind mit schwarz-weißen Scherpen versehen worden, beinnah überall finden sich Fotos des Verstorbenen wieder und diverse öffentliche Verkehrsmittel sind umsonst. Wovon ich auch schon „profitieren“ durfte, als es eines Abends mit dem Bus in die 5 km entfernte Sky Bar im „The Dome“ ging. Nicht nur wegen der grandiosen Aussicht, genießt diese sich in der 64. Etage befindliche Bar große Popularität, sondern auch deshalb, weil es jene Bar ist, wo auch ein Teil des Filmes Hangover II gedreht wurde. Kaum verwunderlich, dass es bei den Drinks und Cocktails wohl noch eine Art Promizuschlag gibt. Schön überteuert waren diese, aus Prinzip hab ich auch nix bestellt. Das wird aber scheinbar von den zahlreichen Bedienungen nicht so gern gesehen, wenn man dort lediglich zum Fotos machen hochfährt. So wurde ich gleich nach Zücken meines Handys gefragt, ob ich ein Getränk bestellt hätte. Nein. Also sollte ich mein Handy auch wieder bitte wegpacken, denn wer nix bestellt bzw. Geld hier oben lässt, dem ists nich gestattet Fotos zu machen. Ja gut dacht ich mir, die können mich ja nich den ganzen Abend beobachten bzw. kontrollieren. Also hab ich bisschen gewartet, um dann „heimlich“ Fotos zu machen. Leider ist die Aufnahmequalität bei Nacht meiner Handykamera nich allzu pralle. Die eines iPhones aber schon! Ich hab dann dort oben noch eine sympathische iPhonebesitzende Südkoreanerin kennen gelernt. Die Bilder die sie gemacht hat, hat sie mir netterweise auch zukommen lassen. Auf einem Bild seht ihr, dass die Sonne es hier ganz schön in sich hat und mehr als nur gut mit mir meint. Achja tagsüber sind in Bangkok um die 33 Grad, überwiegend Sonne und ne Luftfeucht von ca. 50%. In der Nacht liegen die Temperaturen um die 26 Grad.

Aktuell befinde ich mich in einem ruhigen typischen Wohnviertel bei Lena. Meiner ersten Couchsurfing-Gelegenheit in SOA bzw. überhaupt die ich übers Internet arrangiert habe. Sie ist ziemlich nett und gechillt, obwohl sie momentan viel um die Ohren hat. Sie ist 33 Jahre alt und lebt seit mittlerweile acht Jahren in Thailand, davon 5,5 in Bangkok. Ihr Geld verdient sie als Deutschlehrerin. Sie hats aber mittlerweile satt hier zu leben, weswegen sie gerade voll in der Umzugsplanung nach Neuseeland ist. Ihr Haus und Leben teilt sie dauerhaft mit zwei Hunden – Sugar und Lucky. Und kurzfristig und beinnah täglich mit einem oder mehreren Couchsurfern. Sie hätte wohl schon mehr als 300 Leute aus den verschiedensten Winkeln der Erde bei sich gehabt.

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Zur Zeit ist hier noch ein anderer Deutscher – Joe. Der Urberliner reist seit gut einem Jahr mit seiner Enduro Crossmaschine (seinem „Bike“) in SOA herum. Ne ziemlich krasse Type ist das, denn er ist 68 Jahre alt, braungebrannt und lebt seinen Traum. Noch an dem Abend als ich ankam, gings mit ihm auf seiner Maschine in den nahegelegenen Supermarkt um bisschen Zeugs fürs gemeinsame Abendessen zu organisieren. Schönes (Freiheits-)Gefühl war es, den nächtlichen Fahrtwind auf der Haut zu spüren.

Das Wohnviertel liegt etwa 40 km außerhalb des Stadtzentrums. Statt den bequemen Weg via Taxi und vermutlich die nicht so reich an Sinneseindrücken behaftete Fahrt im klimatisierten Auto zu wählen, nahm ich die 3,5 stündige Anreise, und ja, auch die deutlich kostensparendere Variante, auf mich. Es ging zuerst mit dem Boot, für die Thais eines der gängigsten öffentlichen Fortbewegungsmittel durch dreckige und stinkende Nebenflüsse bzw. Kanäle, wo ich zeitweise dicht an dicht mit den Thais stand und hoffte das wir nich kentern. Ohne scheiß, dort schwammen dutzende Fische herum, die ihren Unterleib der Sonne entgegenstreckten. Umgeben waren diese dann noch von haufen Plastikmüll, der mehr oder weniger im Einklang mit den Wogen des Wassers waberte. Ekelig wurde es dann ein wenig, wenn durch die Geschwindigkeit des Boots die Gischt dieses räudigen Wassers einem ins Gesicht schlug. Vorbei ging es auch an dutzenden provisorisch zusammengschusterten Behausungen, wo tatsächlich Leute drin wohnten. Aber die Szenerie war nicht nur so, auch fuhren wir durch „normal anmutende“ Gegenden, wo sich hier und da, neben den Betonwänden ein Bananenbaum oder ein Baum mit einer anderen exotischen Frucht dazu gesellte. Nach der knapp zweistündigen Bootsfahrt konnte ich endlich wieder festen Boden betreten und suchte mir die nächste Busstation. Nach der Busfahrt lag noch ein 2,5 km langer Fußmarsch vor mir.

Morgen geht’s die gleiche Route wieder zurück in die Stadt. Ich muss nen Busterminal aufsuchen, wo dann hoffentlich noch ein Platz im Bus für mich frei ist nach Prachuap Khiri Khan. Ich möchte endlich ans Meer und mehr Natur und den stickigen Großstadtdschungel hinter mir lassen.

Sorry wegen der vermutlich vielen Rechtschreibfehler oder grammatikalischen Unrichtigkeiten, mein Zeitfenster war grad nich allzu groß um alles sauber zu verfassen.

Bis dahin!

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