Szenenwechsel

Die Freude die brodelnde 8-Millionen-Megametropole Bangkok zu verlassen war immens. Ebenso groß war die Vorfreude auf den ersten, auf meinem Weg nach Süden, gelegenen Ort Prachuap Khiri Khan in der gleichnamigen Provinz. Ja, was soll ich sagen, diesen Ort als ersten Anlaufpunkt nach Bangkok zu wählen, war gar nich mal so verkehrt. In dem kleinen idyllischen Fischerörtchen Prachuap Khiri Khan geht’s wirklich ziemlich entspannt zu….

Die Menschen sind superfreundlich und hilfsbereit in allerlei Hinsicht. Zumal auch allerhand Thais hier verhältnismäßig gutes Englisch können. Können sie es nicht, wissen sie sich auch zu helfen, indem sie wiederrum jemanden auf Thai fragen, ob er Englisch könne. War solch eine Person gefunden, wurde diese kurzfristig als Dolmetscher und zusätzliche Hilfe eingespannt. Prachuap Khiri Khan ist zwar relativ klein und überschaubar, dennoch kann man hier doch einiges besichtigen und unternehmen. Neben diversen Stränden zum abhängen, lohnt es sich einen Aufstieg auf den Chong Kachok Hill oder zur Tham Phra Non Höhle zu machen um abends zum Night Food Market zu gehen, wo man sich für nen schmalen Taler den Magen voll hauen kann.

Die Betreiberin meines Hostels war auch unglaublich freundlich und immer ziemlich hippelig wenn sie Englisch sprach, was aber total niedlich war. Voller Stolz hat sie mir ihre selbst am Computer zurecht gebastelte Karte ausgehändigt und mir Bilder von den darin gekennzeichneten Attraktionen gezeigt. Leider gab ihre echt nützliche als auch überschaubare Karte keine Infos über die Entfernungen. Da dacht ich mir, das schon alles fußläufig zu erreichen sei. Auch die Tham Phra Non Höhle, in welcher sich die liegenden Buddhas drin befinden. Die war dann aber doch rund 9km weg. Naja jedenfalls wurde ich von einer freundlichen, in Deutschland lebenden Thailänderin mit ihrem Auto aufgegabelt und mitgenommen als sie neben mir stoppte und mich, fragte wohin ich wolle. Cool, nich mal den Daumen raushalten brauch man hier. So dacht ich mir es auf den Rückweg jedenfalls auch, als ein Tuktuk neben mir stoppte und mich mitnahm. Letztendlich verlangte er dann doch Geld für die nichmal 10-minütige Fahrt. Der Preis erschien mir aber etwas zu horrend, sodass ich gezwungen war, das Entgelt zum allerersten Mal herunter zu handeln. Kopfschüttelnd zog er von dannen. Was solls… Grundsätzlich sind diese Entfernungen zu Fuß ja kein Problem, bei über 30 Grad in der prallen Sonne aber dann doch.

Meine Unterkunft wurde noch von einer vierköpfigen Familie (Heike, Patrick, Emmi, Jona) aus Berlin bewohnt. Seit knapp sechs Wochen reisen sie mit ihren 3 und 5-jährigen Kindern in Thailand umher. Die gegenseitige Sympathie war auf Anhieb vorhanden. War der dreijährige Jona anfänglich noch etwas schüchtern, wollte die kleine Emmi sofort, dass ich überall mit hinkomme, wo sie mir ihren Eltern auch hingeht. Letztendlich sind wir später am Nachmittag zusammen auf den, von den Makaken Affen bevölkerten Chong Kachok Hill gegangen auf deren Spitze sich ein Wat befindet. Umgangssprachlich wird es der Affenbergtempel genannt. Schon am Fuße des Berges wimmelte es nur so von Affen, welche zwar nicht wirklich aggressiv waren aber auch nicht unbedingt vertrauenswürdig erschienen. Patrick kaufte einer zahnlosen älteren Dame nen Beutel Bananen ab. Seinem danebenstehenden Sohn behagte dieses ganze Spektakel eher weniger, als die gierigen Affen zur Fütterung in Scharen anrückten. Der Bananenbeutel war leer, nun konnten wir unseren ca. 400 stufigen Aufstieg beginnen. Die zahnlose Bananenverkäuferin riet uns jedoch noch, uns mit Stöcken zu bewaffnen. Ihr Rat war gar nicht mal so übel. Emmi machten die ganzen Affen teilweise dermaßen Angst, dass sie meine Hand ergriff und diese bis fast nach ganz oben nicht mehr losließ. Oben angekommen erwartete uns eine herrliche Aussicht in Meeresrichtung. Der Ausblick über das Festland war sehr diesig, wodurch man die schon in angrenzenden Myanmar befindlichen Hügel nur erahnen konnte. Die kleine Tempelanlage an sich dort oben war jedoch in einem völlig desolaten Zustand. Kaum ein Ziegel liegt mehr auf den Dächern und fast überall liegt Affenkot. Kein wirklicher Ort der Andacht mehr.

Typisch deutsch, beendeten wir, nachdem Heike die Kinder zu Bett gebracht hatten, unseren letzten gemeinsamen Abend plaudernd mit ein paar Chang-Bieren auf unserer Hostelterrasse.

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6 thoughts on “Szenenwechsel”

  1. Hey Julia, ich freue mich hier nun von deinen Abenteuern zu lesen. Ich hoffe es geht dir gut und freue mich schon auf die nächsten Lesegeschichten.
    Liebe Grüße Nadja

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  2. Hallo Julia, schön von Dir zu hören. Lese mit Spannung Deine Berichte. Man sieht, deine Reise wird nicht langweilig. Pass auf dich auf. LG Heidrun und Rolf

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