Wir sitzen alle im selben Boot

Warum bin ich gleich nochmal statt südwärts wieder gen Norden weitergereist? Achja, meine Bekanntschaften aus meiner Zeit in Georgetown, Penang, und allerhand Malaysier selbst, haben mir dieses kleine aber feine Inseljuwel Langkawi empfohlen. Don’t miss that! – wurde mir stets gesagt. Jaja, ich hab mich also von den Worten der Leute überzeugen lassen. Doch hat die Insel mich auch überzeugt können? Los geht’s….

…früh klingelte der Wecker am Tag meiner Abreise aus Kuala Lumpur. Schließlich stand ein langer Ritt bevor. Noch im Dunkeln machte ich mich mit meinen Geschulterten sowie meinen, hinter mir herziehenden und ratternden Hab und Gut auf, zum etwas außerhalb der Stadt gelegenen Busterminal von Kuala Lumpur. Dank der guten öffentlichen Infrastruktur ist dieser jedoch problemlos zu erreichenden. Ziel war zunächst Kuala Perlis, an Malaysias Nordwestküste gelegen, wo es galt, wenigstens die letzte Fähre (19 Uhr) auf die Insel Langkawi zu erwischen. Das rechtzeitige ankommen nach 500 Kilometern sollten mit dem 8:30 Uhr Bus machbar sein. Dacht ich mir zumindest so. Gekommen ist mal wieder alles anders. Mein Bus wurde gestrichen, weil der irgendwo auf dem Weg nach Kuala Lumpur eine Panne hatte. Gut, zurück zum Ticketschalter, Ticket auf den nächsten, 9:45 Uhr-Bus umschreiben lassen und hoffen, dass dieser erstens keine Panne hat und zweitens pünktlich im Busterminal einfährt. 9:45 Uhr, warum zum Henker kommt der Bus nicht? Ist dieser Bus etwa auch irgendwo stecken geblieben? Nein, zum Glück nicht, mit lediglich 5 Minuten Verspätung fuhr der Doppeldeckerbus ein. Wenige Minuten später hatte ich es mir auf meinem komfortablen Fenstersitzplatz bequem gemacht und hoffte, dass trotz des späteren Busses alles glatt gehen würde. Los ging’s, endlich raus und weg aus Kuala Lumpur. Langkawi ich komme! Aber natürlich ging nicht alles glatt. Exakt 19 Uhr trudelte mein Bus im Busbahnhof von Kuala Perlis ein. Tja, Pech gehabt. Was solls, bleiben wir halt in Kuala Perlis, morgen ist auch noch ein Tag. Ich quartierte mich in ner Unterkunft gleich gegenüber vom Fährhafen ein und ließ mich von dem spektakulären Sonnenuntergang entschädigen.

Gut ausgepennt und bei besten Wetter schipperte ich am nächsten Tag mit der 12 Uhr Fähre rüber auf die Duty-Free-Insel Langkawi. Ziel war das, etwa 20 Autofahrtminuten vom Fährhafen in Kuah gelegene, Dörfchen Kedawang bzw. Pantai Cenang. Blöderweise gings hier erstmal weiter mit Pech und Pannen sowie ungewollten und für malaysische Verhältnisse erhebliche Mehrausgaben. Tja, Fehler begeht vermutlich ein Jeder mal, gerade beim (Allein-)Reisen. Diese Erfahrung, worauf ich nich näher eingehen möchte, hat mich um einiges Gelehrt und Sensibilisiert. Künftig werden meine Unterkünfte nur noch Hostels sein, wo man wenigstens auf, mehr oder weniger, vernünftige und gescheite Gleichgesinnte trifft. So wie auf die langzeitreisende Susi aus Österreich! Wir verstanden uns auf Anhieb Bestens, sodass es keine Frage gab, nicht miteinander abzuhängen. Gemeinsam ging es schon kurz nach unserem Kennenlernen mit ihr und einer weiteren Bekanntschaft, Sophia, von ihr mit dem Scooter zum dem im Norden der Insel gelegenen und unfassbar weißen und beinah menschenleeren Strand. Unsere Zeit war ein wenig begrenzt da Sophia nachmittags zum Inselflughafen musste. Mit Vergnügen, weil das Scooterfahren einfach mal so ein unglaublich tolles Gefühl ist, brachte ich sie später zum nahegelegenen Flughafen.

Langkawi Nordstrand

Susi und ich verbrachten noch zwei weitere Tage auf der Insel, um dann gemeinsam nen Abstecher nach Thailand auf die Insel Koh Lipe zu machen. Nun denn, Thailand 2.0 also. Mit der klimatisierten Fähre, wo wir das Gefühl hatten, die wollen einen während der Überfahrt schockfrosten gings rüber ins andere Land. Es regnete, als wir und unser Gepäck von der Fähre auf die angebrausten Longtailboote umverladen wurden. Der glitschige Untergrund sowie die ständige Schaukelei erschwerten ein wenig den Umstieg. Aber alles ging unfallfrei von statten und die Longtailboote wurden so voll geladen wies nur möglich war. Die letzten Meter zum thailändischen Ufer wurden also mit nem fast absaufenden knatternden Boot aus Holz auf dem azurblauen Wasser zurückgelegt. Bevor Susi und ich uns auf die Suche nach einer passablen und preislich erschwinglichen Unterkunft machen konnten, hieß es erstmal vorm Immigrationsbüro anstehen und im neuen Land einreisen. Jene Leute, die im thailändischen Immigrationsbüro sitzen, haben wohl einen Arbeitsplatz mit der gechilltesten Aussicht überhaupt. Das kleine Gebäude, wo dir die Officers ohne Fragen zu stellen nen thailändischen Stempel in den Reisepass knallen, liegt direkt am Strand mit Sicht auf das glasklare türkisblaue Wasser.

Auf Empfehlung des Managers von unserem Hostel auf Langkawi steuerten wir nach der erfolgreichen Einreise das Bungalowdorf „Varin Village“ auf der gegenüber liegende Seite der Insel an. Die Insel ist so dermaßen klein, dass wir für den West-Ost-Seitenwechsel lediglich 15 Minuten zu laufen brauchten. Ohne Probleme und für einen akzeptablen Inselpreis bekamen wir ein Bungalow unmittelbar am Sonnenaufgangsstrand. Die Zeit auf der Insel wurde sinnvoll mit nichts machen genutzt. Einfach mal wieder abschalten und runterkommen. Hauptbeschäftigungen waren: Schlafen, sofern es nicht regnete am Strand abhängen, essen, im türkisblauen Meer baden gehen und übers Leben zu philosophieren. Durch Zufall erfuhr ich dann von einem kleinen Wanderweg zu einem Aussichtspunkt über Koh Lipe und Umgebung auf der angrenzenden Insel Koh Adang. Na das wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und nutze die Gunst der Stunde aktiv zu werden. Susi bevorzugte es, ihre Seele weiterhin am Strand baumeln zu lassen. Voller Vorfreude brachte mich ein Longtailboot auf die andere etwas größere, extremst untouristische und somit ruhige Insel Koh Adang. Der Aufstieg war nicht lang – dafür schweißtreibend. Die Aussicht war aber mal wieder grandios. Erst von der Ferne und dem wenige hundert Meter über den Meeresspiegel liegenden Aussichtspunkt wurde mir bewusst wie klein Koh Lipe doch tatsächlich ist. Nicht verwunderlich, dass die Insel total überlaufen ist, viele Touristen und einige Einheimische konzentriert auf engstem Raum. Wodurch das Finden eines etwas ruhigeren Spot sich als etwas schwierig, jedoch nicht als unmöglich gestaltet. Ich genoss dafür umso mehr, die friedvolle Ruhe auf meinen erklommenen Aussichtspunkt. Die ganze Zeit über hatte ich dieses schöne Fleckchen Erde für mich allein. Schön wars, allerdings ist selbst Schönes zeitlich limitiert. So gings dann, mit immer noch freudig glänzenden Augen, wieder zurück nach Koh Lipe, wo ich mir kurze Zeit später nach meiner Rückkehr meinen Fuß gestoßen hab, dass ich schon Schlimmstes befürchtet hatte. Aber alles halb so wild. Dank der Wundersalbe, dem Erste-Hilfe-Kit sowie der professionellen Verarztung von Susi meines lila angeschwollenen kleinen Zehs, ging die Heilung zügig von statten. Lediglich zwei Tage verbachten wir auf Koh Lipe. Was an und für sich genau die richtige Zeitspanne war, um ein wenig abzuschalten.

Es zog uns wieder zurück nach Langkawi, da es dort insbesondere für mich noch allerhand zu erkunden und entdecken gab. Zudem hatte Susi zwei Tage später nen Flug von Langkawi nach Kuala Lumpur. Ich beschloss bis zum 14. April zu bleiben. Am letzten vollen Tag, den wir gemeinsam hatten, war uns das Wetter nicht ganz so wohl gesonnen. Es regnete den ganzen Vormittag und frühen Nachmittag über. Was machen gegen die Langeweile? Wir quartierten uns in das, an unser Hostel angrenzende Café ein, wo ich von Susi gelehrt wurde, wie man Backammon, eines der ältesten Brettspiele spielt. Am späteren Nachmittag riss der Himmel auf und die Sonne ließ sich für den Rest des Tages netterweise auch noch mal blicken. Wir mieteten und teilten uns einen Scooter und fuhren zu dem, so ziemlich in der Inselmitte gelegenen Berg Gunung Raya hoch. Bei heißem Tee und einer recht kühlen Brise schauten wir zu, wie sich die Sonne wieder von dannen machte und hinter dem Horizont verschwand. Mittlerweile dunkel geworden, fuhren wir den kurvenreichen und steilen Weg zurück. Auf den Rückweg zu unserer Unterkunft wurde noch ein kurzer Halt in Ulu Melaka gemacht, wo der Dienstag-Nachtmarkt stattfand. Wir checkten und ergötzten uns zunächst an dem mannigfaltigen Leckereien, um uns wenige Minuten später die Mägen voll zu schlagen. Später chillten wir noch mit ein paar Bier bis tief in die Nacht am gleichnamigen Strand von Pantai Cenang (Cenang Beach) und hatten eine nette Unterhaltung mit einem uns Gesellschaft leistenden Gleichgesinnten aus dem Jordan.

Dann hieß es so langsam Abschied von Susi nehmen – auch Abschiede sind ein ständiger Begleiter vom Reisen. Ein letztes Mal gemeinsam beim Stamminder Ei und Zwiebel-Roti (eine Art indischer Pfannkuchen) mampfen und dazu den wohl leckersten Eistee, den man auf der Insel bekommen kann, schlürfen. Ein letztes Mal beim abermals regnerischen Vormittag Backammon spielen. Ein letztes Mal gemeinsam Scooter fahren. Ich fungierte erneut als Taxiservice und brachte Susi mit unseren gemieteten Scooter zum Flughafen. Am 11. April flog sie nach Kuala Lumpur um von dort aus, am übernächsten Tag, weiter nach Nepal zu machen. DANKE für ALLES, Susi.

Nach dem emotionalen Abschied machte ich mich auf zu einem von ihr gegebenen kleinen „Geheimtipp“ der Insel. Zu dem Langkawi Snake Sanctuary (Tierheim für Schlagen). Seit 2012 ist dieses Schlangentierheim allerdings geschlossen und seitdem sich selbst und den Witterungsverhältnissen überlassen. Bedauerlicherweise wurden die Schlangen, kurz vor Schließung des Heims, schon sich selbst überlassen. Grund der Schließung und Verwahrlosung der Tiere waren fehlende finanzielle Mittel staatlicher seit als auch wegen der zu geringen Einnahmen durch Eintrittsgelder andererseits. Folglich blieb den Betreibern nichts Anderes übrig, diese wohl eher spärlich besuchte Inselattraktion dicht zu machen. Nichts desto trotz gibt es noch genügend anderen Attraktionen mit Tieren, die man besuchen kann, wie die riesige Unterwasserwelt, die Krokodilfarm (wo angeblich aus den Häuten der Tiere Leder gemacht wird – verdammte und ekelhafte Schweinerei!!), den Wildlifepark und vieles mehr. Ich entschloss mich jedoch dafür, das heruntergekommene und mittlerweile schon stark verwilderte Gelände zu erkunden. Ich passierte einige riesige Terrarien, welche teilweise noch voll verglast und mit den schlangentypischen Behausungssachen wie Äste und Steine ausgestattet waren. Meine Erkundungstour musste ich allerdings abbrechen. Ein auf dem Geländer herumsneakender Streuner signalisierte mir unfreundlich bellend, dass ich es mir ja nicht getrauen sollte, weiter in sein Gebiet ein- bzw. vorzudringen. Okidoki! Du bist der Boss blöder Köter. Hab ja auch genug gesehen. Die Stimmung während des Besuchs des menschenleeren Geländes war irgendwie etwas mystisch als auch verwunschen und nicht zuletzt etwas bedrohlich, da man nicht wusste, wo sich dieser Kläffer gerade herumtrieb.

Ich machte mich auf den Rückweg und ließ den ersten Abend allein am Strand beim Sonnenuntergang guckend ausklingen. Die Sonnenuntergänge auf Langkawi sind übrigens der Hammer! Insbesondere wenn die tiefhängenden Wolken von der, mittlerweile hinter dem Horizont verschwundenen Sonne angestrahlt werden. Dadurch wird die Farbkombination des Himmels umso spektakulärer intensiviert und der Abenddämmerung wird etwas Zauberhaftes verliehen. Dieses Spektakel wollen sich tagtäglich dutzende Menschen anschauen, sodass der Strand ziemlich voll wird.

Mit einem leeren Gefühl erwachte ich am nächsten Morgen. Nicht weil ich hungrig war, sondern weil ich wusste, dass Susi nicht mehr da war. Allein ging ich nun zu unserem Stamminder frühstücken. Doch der komischen Grundstimmung zum Trotz, meinte es das Wetter an diesem Tag mehr als nur gut mit mir. Sodass ich alle meine Pläne für diesen Tag realisieren konnte. Gleich nach dem Frühstück sattelte ich mich auf meinen Scooter um Wandern zu gehen. Ziel war der Gipfel des Berges Gunung Machinchang. Der Wanderweg startet am Fuße der Inselattraktion „Seven Wells Waterfalls“. Ich fand das jetzt nicht allzu spektakulär, weshalb ich diese und die sich darin abkühlenden Leute kurzerhand passierte, um mich auf den Weg zum Gipfel zu machen. Der Beginn des Weges war wundervoll. Wenig steil und musikalisch begleitet von einer zirpenden, zwitschernden und langen Zeit neben mir daher plätschernden Geräuschkulisse wurden die ersten Kilometer durch den grünen Dschungelwald recht fix bewältigt. Wer Bock hat und sehen will, wie man hier so wandert, schaut mal bei diesen Videos vorbei: https://1drv.ms/f/s!AsO0oabk8iArg4ApKFCGm30WK9HpbQ
Irgendwann kam ich dann an nem Schild an, dass mir nen U-Turn, quasi den Rückweg, signalisierte. Hä?! Das glaub ich ja wohl nicht. Mitten im Dschungel, wo man aber auch mal gar keine Aussicht, außer auf die ganzen Bäume hatte, sollte es wieder zurückgehen? Das grenzte ein wenig an Veralberung. Aber bitte nicht mit mir! Zu meiner rechten erspähte ich einen kleinen Trampelweg, der steil hinaufging. Ohne weiter zu zögern oder mir Gedanken zu machen schlug ich diesen ein. Irgendwann verlor sich der Trampelpfad allerdings. Das Gestrüpp und Geäst wurde dichter und dichter und der Anstieg steiler und steiler. Zudem erschwerten lose Steine und glitschige Blätter das immer weiter nach oben hangeln bzw. hochkrakzeln, teils auf allen Vieren. Irgendwann gelangte ich dann endlich zu einer Stelle, wo es einen herrlichen Ausblick über die, vom Dschungel dicht bewachsenen hügeligen Kalksteinformationen der Insel gab. Nice! Ein wenig rasten und dann gings an den steilen Abstieg. Da dieser Part mehr Freestylewandern bzw. – klettern war, glich der Weg hinunter einer Herumirrerei. Lediglich kleine Schleifchen an den Bäumen bzw. einige, beim Aufstieg, eingeprägte Anhaltspunkte, wie zum Beispiel ne alte Wasserflasche waren meine Marker für den Abstieg. Naja, irgendwie schaffte ich es dann, relativ unverletzt, wieder auf den richtigen und präparierten Wanderweg zu gelangen. Nachdem ich mich im kühlen und klaren Flusswasser von Dreck gesäubert und den an mir haftenden Spinnweben befreit hatte, sah ich erstmals das Ausmaß meiner wilden Freestyle-Kletteraktion. Meine Beine und Arme waren ziemlich zerkratzt und zerschunden, was später einige Fragen nach sich ziehen sollte. Seis drum, ein kurzer Blick auf meine Karte zeigte mir meinen nächsten Spot.

Mit dem Roller ging es weiter zu dem größten Wasserfall der Insel. Aus schätzungsweise 50 Metern Höhe kommt das Wasser von oben hinab geschossen. Während ich die Szenerie auf den tosenden Wasserfall genoss, hatte ich zur Abwechslung mal eine nette Unterhaltung mit einem, etwa gleichaltrigen muslimeschen, Mädel. Da Langkawi nicht nur einen Wasserfall, sondern gleich vier Wasserfälle zu bieten hat, beschloss ich, noch einen weiteren auszuchecken. Nachdem ich die Route in meinem Kopf abgespeichert hatte, schwang ich mich auf meinen Roller und brauste mit zeitweise 80 Sachen zur nächsten Destination. Auch dieser Wasserfall, war sehr schön anzuschauen, wenn auch nur halb so hoch. Aber wie auch beim ersten Wasserfall, wurde dieser von tropischen saftig grünen gedeihenden Pflanzen eingerahmt. Hatte irgendwie etwas Paradiesisches. Nachdem ich mir auch hier die Zeit genommen hatte, um jenes was ich sah, sacken und auf mich wirken zu lassen, steuerte ich den Rückweg an. Hier traf ich wieder auf den dauergrinsenden Engländer, mit welchen ich mich zuvor, beim Verlassen des ersten Wasserfalls noch kurz unterhalten hatte. Wie quatschen abermals eine Weile und beschlossen dann gemeinsam auf den Nightmarket in Kuah zu fahren. Andere betreiben exzessives Island Hopping (von Insel zu Insel reisen), ich bevorzuge lieber Night-Market-Hopping. Auf der Insel gibt es jeden Nachmittag/Abend einen Nachtmarkt, allerdings jeden Tag an einem unterschiedlichen Ort. Beinah jeden Tag bin ich zu einem der Nachtmärkte mit dem Scooter gepilgert. Ist zwar dann doch immer das gleiche, was es da zu kaufen gibt. Aber schon allein wegen der Atmosphäre, die unterschiedlichsten Gerüche, die große Auswahl des leckeren und günstigen Essen, die Massen an Leute und so weiter, waren jedes Mal den Besuch wert.

Auch am nächsten Tag trafen der Engländer und ich uns uns wieder. Wir verbachten den Tag gemeinsam, fuhren mit dem Scooter über die Insel und besuchten am Abend den Night Market in Pantai Cenang, gleich bei meinem Hostel um die Ecke. Meinen letzten Inselabend ließen wir gemeinsam am Cenang Beach beim Sonnenuntergang und in einer Bar, bier- bzw. colatrinkend, ausklingen.

Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie herrlich und erfrischend es jedes Mal war und was es einen für ein Freiheitsgefühl gab, mit dem Scooter über die Insel zu düsen. Die Dinger sind so einfach zu handhaben, da Automatik, und der Sprit ist fast geschenkt. Man zahlt für einen Liter Benzin hier umgerechnet gerade mal 5o Cent. Es ist meiner Meinung nach, die beste und schönste Art und Weise, die Insel mobil zu erkunden. Die an einem vorbeiziehende Landschaft ist beinah ununterbrochen so abwechslungsreich gewesen, dass ich mir manchmal gewünscht habe, einfach mal nur hinten drauf zu sitzen, um mich an der Szenerie zu ergötzen und satt zu sehen. Jedoch musste der Straße und dem Verkehr natürlich mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.

Nun war ich also, nach Penang, als erste malaysische Destination, auf einer weiteren Insel im Nordwesten des Landes. Da ich doch insgesamt recht viel Zeit auf beiden Inseln verbracht habe, ist es rückblickend ziemlich interessant, beide Inseln miteinander zu vergleichen. Die beiden Inseln, Penang und Langkawi, unterschieden sich in ihrem Typus recht stark. Penang ist aufgrund der in den letzten Dekaden stark zugenommen Urbanisierung viel an seiner Ursprünglichkeit abhanden gegangen. Langkawi hingegen, hat wegen seiner spärlichen beziehungsweise weitläufigen Besiedlungen und dem allgegenwärtigen Dschungelwald etwas Magisches als auch Geheimnisvolles an sich. Hinzu kommen die grandiosen weißen Sandstrände, weshalb die Insel von seinen stolzen Bewohnern liebevoll „Little Paradise“ genannt wird. Sollte ich künftig gefragt werden, welche der beiden Inseln ich präferiere, so lautet meine Antwort: Puala Langkawi. Die Insel hat mich, trotz der Startschwierigkeiten, absolut überzeugen können! Vor allem landschaftlich ist Langkawi unschlagbar. An und für sich sind aber beide Inseln nicht wirklich miteinander zu vergleichen. Penang als auch Langkawi haben definitiv ihren eigenen Charakter und sind sehr Vielseitig, sodass man hier gut sich für eine ganze Woche oder mehr beschäftigen kann.

Dadurch, dass ich das langsame Reisen bevorzuge und mir gern Zeit für einen Ort lasse, konnte ich mir die Zeit nehmen um zu sehen was ich wollte. Weitere Vorteile vom langsamen Reisen ist, dass man erst nach paar Tagen mitbekommt, wo es was am günstigsten gibt, wo man beispielsweies Frühstücken kann oder wos das günstigste Bier gibt. Denn Preisvergleiche im Allgemeinen und insbesondere für die alltäglichen Dinge brauchen Zeit und zahlen sich am Ende aus. Zudem kann man sich für seine Aktivitäten Zeit lassen und muss nich durch den Tag hetzten, da kanns auch schon mal regnen. Man hat ja schließlich paar Tage. Easy going und ja, vor allem nicht den Kopf in Sand stecken, wenns mal nicht so rund laufen sollte, lautete die Devise auf Reisen. Es geht immer irgendwie weiter im Leben.

Das meine weiteren Inseltage, nach der ganzen Pech- und Pannenserie sowie einiger Negativerfahrungen, einen solchen Verlauf genommen haben, ist zu einem sehr großen Anteil Susi zu verdanken. Ich danke ihr aus tiefstem Herzen, dass sie mich aufgefangen, mir Mut zugesprochen und mir die Freude am (Weiter-)Reisen wiedergegeben hat. Darüber hinaus war es für das Gemüt so wohltuend „normale“ Personen, sie als auch der Engländer, um sich herum zu haben. Zudem war das Wetter während meines Aufenthalts, abgesehen von mehr oder weniger heftigen Schauern und Gewittern auf meiner Seite, was der anfangs niedergeschlagenen Grundstimmung zusätzlichen Auftrieb verlieh. Außerdem war die Wahl meines Hostels ausgesprochen gut, tolles Hostelpersonal, gute Lage und backpackerfreundliche Preise auch was die Vermietung der Scooter, Transfers und Touren anbelangt. Okay, die hygienischen Standards hätten bisschen besser sein können, aber man war ja dann doch nur zum Schlafen dort und man gewöhnt sich ja bekanntlichermaßen an (fast) alles. Über die Zeit hab ich es mir richtig heimisch eingerichtet in meiner kleinen Schlafkabine im Schlafsaal.

Bevor ich hier aber in eine Art Inselmonotonie verfalle, geht’s heute Abend wieder weiter. Mit aufgefrischter Bräune und volle Kraft voraus nach Süden. Mit dem 21:15 Uhr Nachtbus von Kuala Perlis geht’s, an allen zuvor besuchten Orten vorbei, nach Melakka.

Wir hören uns meine Lieben! Bleibt gesund!

Julia

Advertisements

4 thoughts on “Wir sitzen alle im selben Boot”

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s