Welcome back! Thailand 3.0

Affenhitze. Altstadt im Quadrat. Kochen like a Thai. Polizeikontrolle. Strafzettel. Tempel, Tempel und nochmals Tempel. Dreiländerdreieck. Nachtmarkterschöpfung. Thaimassage 2.0. Natur pur. Hundekumpel. Elefantenpflege. Drogenkontrolle. Höhlenabenteuer. Sesshaftigkeit. Geile Zeit.

Hallo und herzlich willkommen zurück in Thailand. Ja, es ist ein ganzes Weilchen her seit meinem letzten Beitrag, aber ich war halt einfach ziemlich faul was das betrifft… Na dann, fassen wir die letzten Tage mal ein wenig zusammen… Nordthailand Teil I, los geht’s!

Meine erste Destination nach Wiedereinreise in Thailand war also Chiang Mai. Obwohl die als Hochburg für Kreativität und moderne Kunst gehandelte Stadt lediglich 136 Tausend Einwohner zählt, ist sie dennoch die zweitgrößte des Landes. Im Vergleich: Bangkok hat 8 Millionen Einwohner. Von Chiang Mai an sich hab ich nicht allzu viel gesehen, da Dreh- und Angelpunkt für Touristen/Backpacker das Distrikt in und um die historische Altstadt herum ist. Die viereckige Altstadt wird umrahmt von zwei Einbahnstraßen, welche durch einen Fluss voneinander getrennt werden, sowie von den wenigen Überresten der alten Stadtmauern längst vergangener Zeiten. Das Überqueren der beiden dichtbefahrenen Straßen war tagtäglich ein Geduldsspiel. Hier in Thailand fahren ja alle wie die Irren und für nen Straße überquerenden Fußgänger anhalten? Wo kommen wir denn da hin?! Thailändische Verkehrsprinzipien eben. Die Altstadt an sich war gefüllt mit allerhand alten Tempelanlagen, Souvenirläden, Touristenagenturen, Hostels und Hotels, Thai-Massage- und Tattoo-Studios sowie allerhand mobilen Essens- und Fruchtshakeständen.

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Oh ja, es war brütend heiß in Chiang Mai. Temperaturen um die 36 Grad waren die Regel. Auch nicht verwunderlich… momentan ist Hot Season in Nordthailand. Selbst die Thais stöhnten, naja besser gesagt, jammerten unter dieser Hitze. Dass die Luft, mangels reinigenden Regen die klimatische Gesamtsituation nicht besser machte, brauch ich fast gar nicht zu erwähnen. Die Luft war ziemlich stickig und dreckig, sodass der 1.685 Meter hohe Berg Doi Pui, welcher sich hinter der Stadt erhebt, aufgrund der Diesigkeit nur silhouettenhaft erahnt werden konnte.

Man kann wohl kaum authentischer, im „neuen“ Land kaum einsteigen, als einen Kochkurs zu besuchen. Diesen kleinen Punkt, welchen ich mit auf meine Reise genommen habe, wurde in Chiang Mai auf erledigt gesetzt. Der Kochkurs war eine super Erfahrung. Es war alles ziemlich professionell organisiert und durchgeplant. Gemeinsam und unter Anleitung der wortgewandeten Kochkursleiterin, Cherry, kochten dann drei Texaner, eine Engländern und eine Deutsche viele verschiedene, typisch thailändische Gerichte. Unter anderem: Papaya Salat mit Frühlingsrolle, Pad Thai und Green Curry Suppe. Was für ein Gaumengenuss! Es war aber mal wieder viel zu viel Essen und das Fassungsvermögen meines Magens wurde, wie so oft in Südostasien, an seine Grenzen gebracht.

Als ich den, so überall angepriesenen Tempel Doi Suthep besuchen wollte, mietete ich mir mal wieder nen Motorroller. Ich freute mich zunächst noch über den günstigen Mietpreis, nichmal fünf Euro für 24 Stunden. Noch ein bisschen Sprit für drei Euro rein. Schnäppchen des Tages – dachte ich zumindest. Nix war, die Überraschung lauerte, nach Verlassen der Tanke um die nächste Kurve auf mich: Ich fuhr direkt in einen Checkpoint für Motorradfahrer beziehungsweise die es, so wie ich, pseudohaft vorgeben zu sein, hinein. Polizeikontrolle stand an. Ich wog mich in Sicherheit, schließlich hatte ich ja meinen internationalen Führerschein dabei. Blöd nur, dass dieser mich lediglich dazu berechtigt, PKW zu fahren. Klar, ich hab ja auch nur nen Führerschein für Kraftfahrzeuge der Klasse B gemacht. Tja, falschdenken schützt vor nem Knöllchen nicht. Komisch nur, dass dies in Malaysia durchging als ich diesen Führerschein dem Motorradverleiher unter die Nase hielt. Egal, nützte nix. Ich wurde um weitere 400 Bhat (rund 10 Euro) entledigt und konnte mich nun, etwas verbittert, endlich auf den Weg zum auf den Doi Pui gelegenen Doi Suthep Tempel machen. Man sollte sich halt in Thailand nie zu früh freuen, wenn man hier ein Schnäppchen gemacht hat. Irgendwo lauert immer noch ne Abzockkostenfalle.

Da der Doi Suthep-Tempel überall von den Touriagentouren angepriesen wird, massenhaft Minivans und Songtails (Art Gemeinschaftstaxi) sowie dutzende Leute auf eigene Faust dort hoch pilgern, wars nich verwunderlich, dass diese Tempelanlage mehr als nur überlaufen war. Ich fühlte mich sehr unwohl dort, neben den zu Buddha betenden Menschen und den ganzen anderen Touris dort herum zu latschen. Ich hielt mich nich länger als nötig in dieser Anlage auf, schwang mich wieder auf meinen Roller und fuhr weiter den Berg hinauf und nahm noch eine kleine Wanderung zu einem Aussichtspunkt mit.

Auf Empfehlung meiner Bekanntschaft René aus meiner Zeit in Südthailand, sollte ich mir den riesigen Sonntagsnachtmarkt nicht entgehen lassen. Seine Beschreibung dessen, traf damals schon genau meinen Nerv, weshalb ich meinen Flug von Singapur nach Chiang Mai mit Absicht so buchte, dass ich definitiv an einem Sonntag in der Stadt bin. Ich fieberte diesem Nachtmarkt schon wie ein kleines Kind entgegen. Und ja, was soll ich sagen, er war nicht riesig er war gigantisch! Die halbe Altstadt war gesperrt. Auf unzähligen Straßen boten die Einheimischen das unterschiedlichste Essen und die diversesten Dinge feil. Ich fühlte mich wie im Nachtmarktparadies. Nach zwei Stunden musste ich allerdings kapitulieren. Ich war pappsatt und wollte mich nich mehr im Strom der Massen durch die dann doch immer wiederkehrenden angebotenen Sachen schieben lassen. Aber ja, mir wurde damals definitiv nicht zu viel versprochen! Anstelle statischen Nachtmarktfotos gibs mal ein paar Videos: https://1drv.ms/f/s!AsO0oabk8iArg5AIGUM8Vz6i5szkUA

In Chiang Mai holte ich mir auch meine zweite Thai-Massage ab. Tja, das Geld hätte ich mir echt schenken können. Obwohl die Einrichtung von außen als auch von innen einen Recht gepflegten Eindruck gemacht hat, wurde ich von dem Können, oder besser gesagt, nichtvorhanden Können, meiner korpulenten Masseuse im wahrsten Sinne des Wortes schwerstens enttäuscht. Massieren konnte das nicht genannt werden, was die dicke Dame da mit mir veranstalte. Lustlos und ohne jegliches Feingefühl durchknetete sie mit ihren Händen, Ellbogen, Füßen und ihren sicherlich 100 Kilogramm Kampfgewicht meinen Körper. Vermutlich dachte sie währenddessen an eine schmackhafte fettige Pizza als sie mich, ihre Hefeteig-Rohmasse, durchknetete. An Entspannung war da wohl kaum zu denken. Nicht zuletzt, weil die Alte nebenbei permanent mit ihrer nebenan massierenden Kollegin lachend rumtratschte. Echt, das war n totaler Reinfall. Kein Vergleich zur ersten Massage in Krabi. Selbst ein Thai-Massage-Laie wie ich, kann beurteilen, dass das absolute Grütze war.

Wie macht man sich die Hitze, fernab vom Meer, tagsüber erträglich? Genau, entweder man brettert mit dem Scooter durch die Kante oder man bucht ne Ganztagestour, wo man die meiste im klimatisierten Minivan verbringt. Auf ersteres hatte ich bis auf das eine Mal kein Bock, war mir zuviel chaotischer Verkehr auf den Straßen. Also wurde alternativ auf letzteres zurückgegriffen. Programmpunkte der geführten Ganztagestour waren unter anderem: Das knapp zweieinhalb Stunden Autofahrt nördlich gelegene Chiang Ray mit seinem White Tempel und nochmals anderthalb Stunden Fahrt gen Norden das Dreiländerdreieck, auch Golden Triangel genannt, der Punkt wo die Ländergrenzen Thailands, Myanmars und Laos durch den Mekong River getrennt werden. Ach was soll ich dazu groß sagen, war ganz nett alles mal gesehen zu haben. War halt ne geführte und an den Orten zeitlich limitierte Tour. Bin davon ja nich so der Fan von, aber im Hostel abzugammeln wäre auch keine Option gewesen. Insgesamt haben wir an dem Tag rund 800 km geschrubbt und sicher insgesamt neun oder zehn Stunden im Van verbracht. Der White Temple in Chiang Ray war aber in seiner verschnörkelten Architektur recht imposant, wie er dort in seiner weißen Pracht daher strahlte.

Und dann gings in einer kurvenreichen Minivanfahrt in das von Bergen und viel Natur umgebene Pai. Was dort so abging, erfahrt ihr in wenigen Tagen im zweiten Teil des Nordthailandberichts.

Cheers!

Julia

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