So Oder Anders!

Wääh! Was war das denn für ein Abschied von und aus Pai?! Es regnete wie aus Kübeln, es stürmte und donnerte. Ja, so stellt man sich das Abschiedswetter von einen, ans Herz gewachsenen Ort vor. Aber gut, das schlechte Wetter machte das Verlassen somit etwas einfacher. Denn es war schon irgendwie ein komisches Gefühl, Pai und meine liebgewonnenen Bekanntschaften, insbesondere die jungen Besitzer meines Hostels Lebewohl zu sagen. Als Erinnerung an die Beiden beziehungsweise meine Zeit in Pai, gab es zum Abschied vom Hostelbesitzer ein selbstdesigntes T-Shirt. Supernett!

Mit einem Flugticket im Gepäck donnerte ich, einmal durch halb Thailand, von Pai geradewegs nach Bangkok runter. 17 Stunden dauerte die 14 Uhr beginnende und 7 Uhr am nächsten Morgen endende Busfahrt. Nachdem uns der Bus außerhalb und nicht wie von der Travelagentur versprochen im Stadtzentrum ablud, grabtsche ich mir mit nem israelischen Pärchen n Taxi und wir ließen uns die restlichen Kilometer ins Zentrum bringen. Angekommen im Touridistrikt machte ich mich mit selbst gemachten Zeitdruck, da mich die TukTuk- und Taxifahrer mit ihrem „Where are you going?“, „TukTuk???“, „TaxiTaxi???“ – „No!!!!“schon wieder anpissten, auf den Weg zu Lena. Vielleicht erinnert ihr euch noch… Lena war jene Deutsche, welche seit acht Jahren in Thailand lebt und als Deutschlehrerin arbeitet. Zu Beginn meiner Reise hatte ich bei ihr couchgesurft. Knapp drei Reisemonate später, durfte ich es mir ein weiteres Mal, für zwei Tage bei ihr bequem machen. Zufälligerweise hat es bei Mira, einer Bekanntschaft, welche ich beim couchsurfen in Kuala Lumpur kennen gelernt habe, von den Reisedaten her so gepasst, dass sie auch bei Lena war. So ist das eben manchmal… die noch gedrückte Abschiedsstimmung wich der vertrauten Wiedersehensfreude. Wir unterhielten uns lange über dies und das und jenes. Bei Lena hatte ich das Privileg, schön Abseits des ganzen Wahnsinns in Bangkoks Zentrum, meinen Thailandaufenthalt ganz entspannt ausklingen zu lassen… An meinem letzten Abend waren wir noch mal mit ihr sowie zwei ihrer gut englischsprechenden ThaiFreunde gut essen und es gab noch einmal neuen Input über die ThaiKultur und deren Beziehung zu Geld und Freundschaft…

Die letzte Nacht in Thailand war verdammt kurz. Im trunkenen Halbschlaf ließ ich mich ein letztes Mal aber dafür richtig ordentlich von diesem Arschloch von Taxifahrer, der mich zum Flughafen brachte, abzocken. Die Taxifahrt kostete mich meinen ganzen restlichen Bahts. Naja seis drum, ich war immer noch so elendig müde, dass ich mich nich länger über diese dreiste Abzocke ärgerte. Nachdem ich die übliche Flughafenroutine hinter mich gebracht hatte vertrieb ich mir die Wartezeit bis zum Abflug in den „Taste of Thailand-Süßigkeitsläden“. Die Läden waren ziemlich geil, denn dort gab es dutzende Probierdosen mit gezuckerten Trockenfrüchten, süßen Waffeln und noch viel süßerem Gebäck der unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen. Getrieben von Langeweile und Hunger tingelte ich von Laden zu Laden, damit nich auffiel wie oft ich tatsächlich in die Dosen reinlangte. Mein Appetit und meine Blödheit waren mal wieder größer als meine Vernunft beziehungsweise dem Wissen wann Schluss ist. Die Konsequenzen ließen nicht lang auf sich warten… ich futterte solange bis mir ein plötzlich eintretendes Übelkeitsgefühl signalisierte, dass es viel zu viel Zucker in zu kurzer Zeit war und dann auch noch um die Uhrzeit – halb fünf am Morgen.

Mit bleichem Gesicht und einem unwohlen Gefühl im Magen bestieg ich eine Stunde später den Langstreckenflieger A330. So, na dann lüften wir mal das Geheimnis der nächsten Destination, welche einige von euch ja bereits wissen: Es ging abermals via Köln/Bonn zurück nach Dresden. Jepp, ich bin, seit dem 14. Mai 2017, vorerst wieder in der Heimat.

Aufgrund der Tatsache, dass ich während meines Reisezeitraums von knapp drei Monaten nicht so wirklich in den Reisemodus gefunden habe, wie dies letztes Jahr der Fall war, habe ich mich dazu entschlossen, meine Reise im südostasiatischen Gefilde eher als angedacht zu beenden. Es ist keine Niederlage oder Kapitulation, sondern vielmehr die Akzeptanz, dass das Reisen in Südostasien nicht ganz mein Ding ist beziehungsweise mich nicht zu 100% erfüllt hat. Obwohl ich während dieser Zeit viele nette Gleichgesinnte kennen gelernt, schöne Dinge erlebt als auch die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Locals zu spüren bekommen als auch zu schätzen gelernt habe, hat sich dieser spezielle „Flow“ nicht wirklich eingestellt.

Es ist auf jeden Fall wieder eine Lebenserfahrung und nicht zuletzt -bereicherung mehr. Auch über die neu gewonnenen Erkenntnisse bin ich ziemlich froh, sodass ich mit reinem Gewissen zurückgekehrt bin. Wenn ich an diese Reise zurückdenke, werde ich sie allerdings mit vielen Höhen und Tiefen verbinden, wobei Ersteres und vor allem das unglaublich leckere als auch vielfältige Essen schwerer im Gedächtnis wiegen werden. 😉

Nichtsdestotrotz ist meine Reise noch nicht zu Ende. In einem Artikel Mitte März hatte ich von der Bekanntschaft in Krabi mit dem durch Südostasien radelnden Engländer berichtet. Ja, dieser Mensch hat irgendetwas in mir ausgelöst und mich dazu inspiriert ähnliches zu tun. Bis dato hat sich dieser eingepflanzte Gedanke nicht verflüchtigt, sondern vielmehr zu einem Plan verfestigt: Den deutschen Sommer werde ich insofern nutzen, dass ich mich nur kurz in der Heimat aufhalten und die nötigsten Vorbereitungen treffen werde, um dann mit meinem Drahtesel durch Deutschland zu tingeln. Nebenbei werd ich ein paar Verwandte sowie Bekannte, welche ich auf meiner Südostasienreise kennen gelernt habe, besuchen. Tja,… Es kommt eben manchmal So Oder Anders. Ob ich hier weiter berichten werde, weiß ich noch nicht.

An dieser Stelle möchte ich bei all Jenen, insbesondere meiner ganzen Familie, bedanken, die hinter mir standen beziehungsweise stehen und mir den nötigen Rückenwind geben. Auch dank an Jene, die mir während meiner Zeit in Südostasien wenns mal nicht so rund lief, den nötigen seelischen Beistand gegeben haben.

Gut, genug rumgeschwafelt und rumgeschleimt, wir sehen uns meine Lieben!

Julia

„Die Welt ist zu schön – ich kann nicht rasten, viel zu viele Fragen hab‘ ich an das Leben, die Menschheit, unsere Gesellschaft als auch an mich selbst.“

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